Mitgliederversammlung 2017 im VIP-Raum der Eissporthalle

269 Mitglieder zeigen starkes Interesse

Bericht und Foto: IKZ, Iserlohn - Tim Gelewski

Klares Votum der Mitgliederversammlung: ISSV soll Parkplatz für Schulweg bis auf Weiteres nicht veräußern

Es muss schon eine besondere Mitgliederversammlung beim ISSV (Iserlohn Schleddenhofer Schwimmverein) sein, wenn 269 Mitglieder erscheinen, Redezeiten bei Berichten auf zwei Minuten begrenzt werden. Hintergrund sind die Tagesordnungspunkte 12 und 13, die sich um die Pläne der Stadt am Seilersee drehen.

Die nämlich will vor der Eissporthalle ein Parkhaus errichten, zudem die ISSV-Parkplätze vor Bad und Restaurant zu Gunsten eines für die Gesamtschule Seilersee benötigten breiteren Weges überbauen, die 2018 hier starten soll. Der Verein fürchtet einen Mitgliederschwund und Einbruch von Einnahmen, unter anderem weil Laufwege vom Auto zum Eingang länger würden.

Verein von Zuschüssen abhängig und „erpressbar“

Beim ISSV wollte der Vorstand am Montag nun im VIP-Raum der Eishalle von den Mitgliedern eine Empfehlung einholen, wie man sich zu einer Kauf-Anfrage der Stadt bezüglich des Grundstücks verhalten solle. Das Votum fiel eindeutig aus: Bei sechs Gegenstimmen und 33 Enthaltungen votierten die Anwesenden dafür, der Stadt das Grundstück zunächst nicht zu überlassen.

Zuvor hatte es angeleitet von Präsident Dr. Rainer Fiesel, der mehrfach zur Sachlichkeit aufrief, eine kurze Präsentation und eine rege Diskussion um das Thema gegeben. Einige Besucher mahnten darauf an, man sei als Verein von den jährlichen Zuschüssen der Stadt (rund 129 000 Euro, Anm. d. Red.) abhängig und somit „erpressbar“.

Ein anderer Gast, nach eigenem Bekunden Rechtsreferent, warnte, man dürfe keine falschen Signale an die Stadt senden, zumal ein „Nichtverkauf“ die Baumaßnahme nicht stoppen könne. „Man muss gut überlegen, ob man sich querstellt.“

„Man sollte bei allen Überlegungen das Wort Gesamtschule möglichst nicht gebrauchen. Die hat eine zu starke Lobby und man sollte die Themen auch nicht vermischen“, warnte ein anderer Mann. Auch Fiesel betonte darum mehrfach, man habe nichts gegen die Gesamtschule, man fürchte bei Umsetzung der Pläne aber mittelfristig um die Existenz des Vereins.

„Eine Enteignung ist nicht so schnell gemacht, wir sollten uns eine Strategie überlegen und juristisch beraten lassen“; „Wir müssen kämpfen bis zum Umfallen“, lauteten weitere Wortbeiträge. Einige der älteren Anwesenden erklärten nach der Sitzung gegenüber dieser Zeitung, dass sie längere Laufwege beim Wegfall des ISSV-Parkplatzes nicht akzeptieren und lieber den Verein verlassen würden.

Viel Diskussionsbedarf also zwischen Verein und Stadt in den kommenden Wochen, grundsätzlich und auch inhaltlich. Präsident Dr. Fiesel hatte in seiner Präsentation eingangs unter anderem die Parkplatzsituation um den Seilersee skizziert. In der eigenen Rechnung wird aktuell von 1009 Parkplätzen inklusive BiTS- und Seilersee-Parkplatz ausgegangen. Nach Umsetzung der Pläne der Stadt blieben nur 823, so der ISSV-Präsident.

Der von der Stadt Iserlohn beauftragte Gutachter hatte Ende Januar in einer Ausschusssitzung von aktuell 1321 und nach Umsetzung der Pläne 1555 Parkplätzen gesprochen. Die Diskrepanz erklärt sich unter anderem wohl dadurch, dass hier die Plätze am Festplatz Seilersee mit eingerechnet sind. Aus Sicht von Fiesel und zahlreichen anderen ISSV’lern ein Unding.

Kritik an Politik und Vorgehen des Verkehrsgutachters

Fiesel monierte auch das „Desinteresse“ zahlreicher Ausschussmitglieder, als er in der Sitzung, in der auch der Gutachter vortrug, vor Wochen die Sicht des Sorgen des Vereins dargelegt hatte. Auch kritisierte er, dass der Gutachter zwar eine Stichprobe des Verkehrsaufkommens an einem Sonnentag (603 Besucher ohne Mitglieder) genommen habe, dieser aber nicht repräsentativ gewesen wäre. So habe es Tage mit mehr als doppelt so vielen Besuchern gegeben – die vom Gutachter präsentierten Lösungsvorschläge seien auch darum unzureichend.

Die Mitgliederversammlung war zuvor im Eiltempo durchgespult worden, ebenso Vorstandswahlen und Ehrungen (Bericht folgt). Stephanie Hennecke, 43 Jahre, zwei Kinder und seit 1986 im Verein, wurde zur neuen Vorsitzenden und Nachfolgerin von Bettina Schotte gewählt. Der Verein zählt aktuell 1604 Mitglieder. Im Jahr 2016 wurde inklusive Zuschüssen ein Gewinn von rund 28 713 Euro erzielt.

Neu gewählte Mitglieder im ISSV-Vorstand:

1. Vorsitzende: Stephanie Hennecke.
Fachwart Inventar und Liegenschaften: Werner Sander.
Fachwart für juristische Belange: Florian Dahmen.
Fachwart Schwimmen: Gerrit Koschmieder.
Fachwart Breitensport: Meinolf Rennebaum.
Sportlicher Leiter: Andreas Hiltmann.
Fachwart Wasserball: Holger Tobi.