Sorge um die Zukunft des Schleddenhofes

Existenzkampf für den ISSV

Bericht des IKZ, Iserlohn

Bau der Gesamtschule am Seilersee

Der ISSV-Vorstand befragt seine Badegäste, wie sie die künftige Parkplatzsituation einschätzen.

In den Reihen des Iserlohn Schleddenhofer Schwimmvereins (ISSV) wachsen offenbar die Bedenken, dass die Attraktivität des Freibads Schleddenhof durch die im Zuge der Errichtung der Gesamtschule Seilersee sich markant verändernde Parkplatzsituation nachhaltig leiden könnte. Bekanntlich steht im Raum, dass auf dem Parkplatz der Eissporthalle ein bewirtschaftetes Parkhaus entstehen soll, die Parkplätze im Bereich der Rettungszufahrt zum Freibad für eine Fahrradabstellanlage entfallen und auch der BiTS-Parkplatz künftig keine öffentlich zugänglichen Parkplätze mehr bereithalten soll. Vor diesem Hintergrund sollen nun ISSV-Mitglieder und Badegäste des Schleddenhofes befragt werden, ob sie das Freibad auch künftig besuchen würden, wenn kein Parkraum mehr in unmittelbarer Nähe zum Freibad zur Verfügung steht.

Beliebt sind die Parkplätze insbesondere bei Früh- und Kurzschwimmern, die den Schleddenhof in einem eng getakteten Zeitplan beispielsweise vor Arbeitsbeginn besuchen. Und bei einem bewirtschafteten Parkhaus stellt sich natürlich auch die Kostenfrage, etwa für die berühmte Familie mit zwei Kindern, die den Schleddenhof für einen halben Tag oder sogar noch länger besucht: Ist da dann die Schmerzgrenze erreicht, wenn zum Eintrittspreis für vier Personen auch noch ein Parkticket im Parkhaus über mehrere Euro hinzukommt? Immerhin, so ISSV-Vorsitzende Bettina Schotte, habe es inzwischen ein Gespräch mit der Stadtverwaltung gegeben, bei dem sich städtische Vertreter auch dafür entschuldigt hätten, bei den Planungen bislang die Belange des ISSV nicht ausreichend auf dem Schirm gehabt zu haben. In dem Gespräch sei dann angesprochen worden, dass die Stadt zur Realisierung einer breiteren Gehwegverbindung zwischen Parkplatz Eissporthalle und künftiger Gesamtschule den vereinseigenen Rasenstreifen zwischen den Restaurant-Parkplätzen und dem bisherigen Fußweg erwerben möchte.

Kann Erstattungsmodellalle Probleme lösen?

Bettina Schotte sieht die Planungen derweil sehr kritisch. Sie hat sogar die Sorge, dass wenn künftig tatsächlich kein vernünftiges Parkplatzangebot am Freibad mehr besteht, Badegäste und auch Mitglieder in Richtung Heidebad und dem dortigen Verein Iserlohn 95 abwandern. In dem Gespräch mit der Stadtverwaltung sei zwar angeklungen, dass über ein Erstattungsmodell für die Parkhaus-Gebühren nachgedacht werden könne. Schotte hat aber ihre Zweifel, ob das wirklich alle durch die neue Situation entstehenden Probleme lösen kann. Fraglich sei auch, ob der deutlich weiter entfernt liegende große Parkplatz auf dem Festplatz Seilersee von Badbesuchern als Alternative akzeptiert werde.

Wie verhalten sich die Badegäste künftig?

Von der Umfrage unter Mitgliedern und Badegästen erhoffen sich Bettina Schotte und der übrige ISSV-Vorstand wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich die potentielle Kundschaft unter den neuen Gegebenheiten verhalten würde. Wenn das Ergebnis lautet, dass die Badegäste dann eher den Schleddenhof meiden würden, sieht Bettina Schotte schwere Zeiten auf den ISSV zukommen, die sogar existenzbedrohend für Verein und Freibad sein könnten.

Schotte kündigte nach Abschluss der Befragung eine Vorstandsklausur an, auf der dann über die Zukunft des Schleddenhofes beraten werden soll. Und möglicherweise gebe es danach eine Mitgliederversammlung – soweit schwerwiegende Beschlüsse gefasst werden müssten. Geprüft werden soll auch, ob es auf dem Freibadgelände gegebenenfalls Möglichkeiten gebe, alternativen Parkraum zu schaffen. Das, so Bettina Schotte, werde sich aber in jedem Falle sehr schwierig gestalten.

Der ISSV stellt die folgende Frage an seine Badegäste: „Besuchen Sie unser Freibad auch dann, wenn kein Parkraum in unmittelbarer Nähe zur Verfügung steht?“ Antworten können per E-Mail an lschuler@gmx.de geschickt werden.Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich auf der Vereinshomepage www.issv.de an der Umfrage zur Parkplatzsituation zu beteiligen.

Artikel: Stefan Drees (IKZ)